Bad Gastein Ultraks – Rennbericht

Traumhafte Schweizer Bergwelt, atemberaubende Trails und eine imposante Bergkulisse: so kennt man die Ultraks Rennserie von ihren Stationen in der Schweiz. Heuer gab es erstmals eine Station in den österreichischen Alpen und die Berge Bad Gasteins bildeten das Ambiente eines schönen Laufes. Leider war Frau Holle sehr früh im Herbst bereits motiviert und so musste die ursprüngliche Strecke aufgrund von massivem Schnee mehrmals verändert werden.

Hier gehts zum offiziellen Bericht… „Der Anfang ist gemacht. Wir kommen im nächsten Jahr gern wieder“ (Mirko Gröschner, Co Organisator)

Nichtsdestotrotz sollten 44km und knapp 3000 Höhenmeter bergauf auf die LäuferInnen der Long-Distanz warten (middle 30km/2100hm; short 17km/1200hm).
Dementsprechend locker wollte ich es angehen, auch um das Rennen genießen zu können, aber natürlich ist mit dem Startschuss der Wettkampfmodus fix eingespeichert. So ging es zunächst 800hm steil bergauf eine Lifttrasse entlang Richtung Stubnerkogel, immer mit dem Gedanken nicht gleich zu viel Kraft zu verbrauchen – schließlich sollte dieser Anstieg später nochmals zu bewältigen sein. Gemeinsam mit dem Trailrunning-WM-Teilnehmer Michael Geisler fand ich aber einen guten Rhythmus und wir liefen von Beginn an praktisch das gesamte Rennen gemeinsam: bergauf konnte ich voranlaufen und bergab enteilte er mir jedes Mal fast.
Von der Mittelstation der Stubnerkogelbahn ging es auf Forststraßen ins Angertal und dann auf kleinen Waldwegen zur Schattbachalm. Von dort mühte sich eine gemeine Steigung rund um den Berg wieder zur Stubnerkogelbahn wo knapp die Hälfte der Distanz zurückgelegt war und die LäuferInnen der kürzeren Distanzen eingeholt wurden. Das motivierte ungemein!

Abwärts

Ab dann ging es bergab nach Böckstein. Aber nicht irgendwie, sondern auf einem kleinen, schmalen Singletrail, der nur aus Gatsch und Matsch zu bestehen schien. Manchmal fürchtete ich den Schuh nicht mehr aus einer tiefen Schlammpfütze herauszubekommen und der zweite Sturz ließ meinen Ellbogen blutend zurück. Aber das Tempo durfte nicht reduziert werden und so gelang es halb im Sturzflug ins Tal zu kommen. Der Gedanke diesen Abschnitt nochmals laufen zu müssen wurde einfach verdrängt.
Wir liefen auf Forstwegen nach Bad Gastein und die kürzeren Distanzen konnten ins Ziel laufen, während wir auf der langen Strecke nochmals auf den Stubnerkogel raufmussten. Wieder ging es die Lifttrasse entlang hinauf und oben wartete der Schlammabstieg. Mittlerweile spürte ich meine Muskeln und die fehlenden Tempoläufe meldeten sich in Form von Krämpfen. Aber ich wollte das Tempo nicht mehr reduzieren oder gar ein paar Plätze zurückfallen. Auf den letzten Kilometern halfen mir hierbei zwei freundliche Läufer der middle-Distanz mit einem Gel aus und so kam ich gerade noch ins Ziel.

Finish

Nach 5:19h war ich schlammverkrustet im Ziel in Bad Gastein und stolz Ultraks-Finisher zu sein. Der Eintritt in die Felsentherme im Ort zur Regeneration und Entspannung war anschließend ein Traum.
Insgesamt ein toll organisierter, extrem gut markierter und zu laufender Bewerb, der vielleicht auf der Originalstrecke noch mehr Spaß gemacht hätte… aber das sehe ich dann im nächsten Jahr.

Text: Georg Rosensteiner

Offizieller Bericht HIER