Zucker – gut oder schlecht?

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Wie schlecht ist er wirklich und welche Alternativen gibt es?

Die einen wollen nicht auf die tägliche Ration Schokolade, das Stück Kuchen oder den Würfel Zucker im Kaffee verzichten. Andere verteufeln ihn, ja bezeichnen ihn sogar als Gift.
Fakt ist, dass Zucker leere Kohlenhydrate sind, leere Kalorien, die keine Nährstoffe, sondern nur Geschmack liefern und den Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen lassen. Zucker deswegen als schädlich zu bezeichnen ist aber naiv.
Schlecht ist Zucker dann, wenn er im Übermaß konsumiert wird, daraus Übergewicht und Diabetes entstehen. In Maßen konsumiert stellt Zucker kein Problem dar, wer etwas mehr von der Süße möchte als leere Energie, kann zu folgenden Alternativen greifen:

Süßstoff

Acesulfam, Aspartam, Saccharin, …. Der Zuckerersatz ist vermeintlich praktisch: Keine Kalorien, wenig Eigengeschmack, warum also nicht verwenden?
Ob gesundheitsschädigend, abführend und mehr: Die Wissenschaft ist sich uneinig.
Aber: Süßstoffe sind großteils künstliche, synthetisch hergestellte Stoffe. Alleine dieses Faktum sollte uns nachdenken lassen, ob man das dem Körper wirklich zuführen möchte.

Ahornsirup

Der eingedickte Saft des Ahornbaums ist besonders in den USA und Kanada sehr beliebt. Der Sirup wird im Frühjahr gesammelt, er stammt aus den Baumwurzeln des Ahornbaums. Die darin gespeicherte Stärke wird in Zucker umgewandelt und wandert den Stamm hinauf. In die Rinde werden Löcher gebohrt und daraus der Saft gewonnen, der zu Sirup eingedickt wird.
Ahornsirup ist also eine natürliche Süße, die im Gegensatz zu herkömmlichem Haushaltszucker auch Nährstoffe liefert: Kalium, Kalzium, Eisen und Magnesium.
Besonders bei Süßspeisen wie Pancakes oder Hafer-Porridge macht der Sirup eine gute Figur!
100 g Zucker können durch ca. 75 g Ahornsirup ersetzt werden.

Agavendicksaft

Agavendicksaft wird oft als die gesunde Zuckeralternative bezeichnet. Grundsätzlich ist er ein natürliches Süßungsmittel aus der Agave, die in Mexiko wächst (und in 1. Linie zur Tequila-Produktion eingesetzt wird). Betrachtet man den Dicksaft allerdings genauer, muss man vorsichtig sein. Agavendicksaft bescheht fast gänzlich aus Fruktose. Bei vielen Menschen führt diese allerdings zu Verdauungsproblemen, außerdem geht sie schneller ins Blut und lässt den Blutzuckerspiegel noch rascher in die Höhe schnellen als herkömmlicher Zucker.

Reissirup

Eines der ältesten Süßungsmittel ist Reissirup. Zur Herstellung wird Reis gemahlen, gekocht und durch die Fermentierung wird Reisstärke in Zuckermoleküle umgewandelt. Die Flüssigkeit wird zu Sirup eingedickt.
Ein Vorteil am Reissirup ist, dass er durch die Mehrfachzucker die Aufnahme ins Blut langsamer ist. Außerdem ist keinerlei Fruchtzucker enthalten, der Eigengeschmack ist mild. Reissirup ist somit eine sinnvolle Alternative.

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Er gilt nicht nur als Süßungs-, sondern auch als Heilmittel. Enzyme, Aminosäuren, Mineralstoffe und Pollen machen Honig zum wertvollen Ersatz.
Beachten sollte man: je naturbelassener, desto besser und gesünder. Honig sollte unbedingt ‚kaltgeschleudert‘ bzw. ‚kalt abgefüllt‘ sein; wird Honig über 40 °C behandelt, gehen viele gesunde Stoffe verloren.

Stevia

In Südamerika und Japan wird Stevia seit Jarhrhunderten verwendet, in Europa bzw. Österreich dagegen war Stevia im Handel verboten bzw nur als Badezusatz o.ä. erhältlich; zu groß war der Widerstand der Zucker-Industrie und Gerüchte über gesundheitliche Gefahren im Umlauf.
Die Süßkraft des Blättersaftes der Stevia-Pflanze ist bis zu 300mal stärker als die von Zucker. Stevia enthält keine Kalorien und wirkt sich nicht auf den Blutzuckerspiegel aus. Einziger Nachteil: Die Qualität der erhältlichen Produkte variiert stark, bei manchen Marken ist der Nachgeschmack bitter und für Mehlspeisen ist der Zucker ungeeignet, man erreicht keine richtige Konsistenz und der Kuchen schmeckt nicht wie er soll. Ansonsten: am besten ausprobieren,

Sukrin

Sieht aus wie Zucker, schmeckt wie Zucker und ist ein völlig natürliches Produkt, das aus dem Zuckeralkohol Erythritol gewonnen wird. Es wird durch Fermentation gewonnen. Großer Vorteil von Sukrin: Es ist sehr gut verträglich und beeinflusst weder Blutzuckerspiegel noch Insulin; der Körper kann es nicht in Energie umwandeln. Sukrin wirkt dazu antioxidativ und enthält auch keine Fruktose. Der Haken daran? Den haben wir nicht gefunden.

 

Dicksaft

Dicksaft wird großteils aus Äpfel oder Birnen hergestellt. Der Fruchtsaft ist stark konzentriert, die Mineralien bleiben bestehen. Der Dicksaft hat natürlich einen starken Eigengeschmack, eignet sich aber sehr gut als Alternative bei Süßspeisen.

Kokoszucker

Das natürliche Süßungsmittel ist auch als Palmzucker bekannt. Er wird aus dem Saft der Kokosblüte gewonnen. Kokosblütenzucker schmeckt fein karamellartig-malzig und enthält zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente, ein weiterer Pluspunkt ist der niedrige glykämische Index. Palmzucker ist definitiv ein guter Tipp für exotische Nachspeisen und Cocktails.

Birkenzucker

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Der auch als Xylit bekannte Birkenzucker ist ein Zuckeraustauschstoff, ähnlich süß wie ’normaler‘ Zucker und wird zb in Finnland bereits seit Jarzehnten verwendet. Der Nachteil an Xylit ist, dass es zu Durchfall und Blähungen kommen kann, woran sich der Körper aber (angeblich? – wir haben es nicht probiert) gewöhnt. Ansonsten gibt es keine negativen Effekte, im Gegenteil: Birkenzucker wirkt antibakteriell, ist auch für Diabetiker geeignet, der glykämische Index ist um ein Vielfaches niedriger als der von Zucker. Außerdem verursacht Xylit kein Karies, sondern remineralisiert den Zahnschmelz. Eine sinnvolle Alternative!

Unterschied weißer Zucker/Vollrohrzucker

Weißer Zucker, brauner Zucker, gesund, ungesund? Gibt es überhaupt Unterschiede oder sieht der braune Zucker einfach nur anders aus?
Hauptunterschied ist die Herstellung, beim braunen Voll- und Vollrohrzucker wird die Melasse nicht entfernt, dadurch bleibt der Zucker braun und enthält eine Spur mehr Mineralstoffe und Vitamine. Die Menge ist aber so gering, man müsste ein paar Kilo essen, damit es einen wirklichen Unterschied gäbe. So gesehen ist der einzige Unterschied der leicht karamellartige Geschmack beim braunen Zucker, in punkto Gesundheit ist es aber egal ob braun oder weiß.