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Thomas Bosnjak

von

Wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen die ATRA zu gründen?

Die ATRA entstand aus Unzufriedenheit als Athlet und des Vorstands zum Thema Trailrunning in österreich. Dazu muss man aber auch sagen, dass es Trailrunning als Geländelauf, Bergmarathons, PanoramaLäufe, LandschaftsLäufe etc. schon immer gegeben hat und wir es für sehr sinnvoll empfinden, wenn sich alle Läufe die als Traillauf durchgeführt werden unter einem Namen – Traila – (Pfad) zusammen führen. Dazu fehlte auch eine klare Definierung, was ein Trail ist! Die Internationale Trailrunning Association(ITRA) wurde zum gleichen Zeitpunkt wie die ATRA gegründet. Somit besteht auch International das Bedürfnis, Trailrunning eine gemeinsame Plattform zu geben. Die ITRA ist Teil der Internationalen Ultralauf Vereinigung(IAU), welche wiederrum zur IAAF(Internationale Leichtatlethik Fäderation) gehört und hat Trailrunning als Autonome und Semiautonome Art des Laufens auf maximal 20% Asphaltanteil definiert. Wir von der ATRA sind hier schon einige Schritte weiter und haben die autonome Definierung für die jeweilige Streckenlänge, auch im Bezug auf Sicherheitsausrüstung erarbeitet und bieten durch die zertifizierte Ausbildung zum Trail Running Guide eine TOP möglichkeit an.

Wie ist das Feedback innerhalb österreichs – von Veranstaltern, Läufern?
Sehr positiv. In erster Linie war es dem Vorstand und mir wichtig, dass wir nichts Neues erschaffen, sondern für das vermehrte Interesse an Trailrunning mit der ATRA einen Ansprechpartner von Trailläufer für Trailläufer und das unabhängig zu haben. Bestehende Trailrunningveranstaltungen werden von uns durch den Trail Running Cup zusammengeführt und wir entwickeln uns mit den Veranstaltern gemeinsam. österreichische Trailrunning Meisterschaften werden ab 2014 zur Bildung eines Nationaltteams durchgeführt, was die Läufer sehr interessiert. Wir bekommen auch von sehr vielen Läufern Anfragen zu Trailrunning, Veranstaltungen, Lauftreffs, Trail Running Guides, etc. was uns sehr freut. Damit sehen wir, dass das Interesse an Trailrunning nicht nur vorhanden ist, sondern auch von Tag zu Tag steigt und die Läufer mit uns nicht nur einen Ansprechpartner, sondern auch eine nationale und internationale Vertretung haben.
2015 finden bereits zum fünften mal Trailrunning Weltmeisterschaften statt und die ATRA wird dort zum ersten mal ein eigenes Team entsenden. Die Weltmeisterschaft wird nach internationalen Richtlinien Semiautonom durchgeführt. Daher können wir von der ATRA auch nur ein Team endsenden, dass mit diesen Anforderungen zurecht kommt. In diesem Sinne werden jeweils die besten sechs Männer und besten sechs Frauen der heuer zum ersten Mal stattfindenden österreichischen Trailrunning Meisterschaften über die Distanzen Speedtrail(bis 30km); Marathontrail(40.60km) und Ultratrail(ab 70km) zum Nationalteam eingeladen. Bei einem eigenen Qualifikationsrennen, das der Streckenbeschaffenheit und den Richtlinien der WM entspricht, werden die besten drei Männer und Frauen für die WM ermittelt, von der ATRA unterstützt und zur WM endsendet. Daher ist es auch ganz wichtig, dass sich die Veranstalter mit der ATRA in Richtung internationaler Richtlinien entwickeln um auch ein qualifiziertes Team als Vertretung österreichs endsenden zu können.

Wie kommst du damit zurecht, dass es von Deutschland Kritik hagelte, in die Richtung: Wer braucht schon einen Verband?
Wenn man etwas macht, das Neu erscheint, aber Trailrunning als Geländelauf in österreich schon sehr lange besteht und durch die ATRA eine Plattform bekommt? Ich selbst habe von Anfang an mit Kritik, jedoch nicht mit Anfeindungen und – Schlechtmachereia – gerechnet. Diese negative Werbung wurde von Leuten in Gang gesetzt, die sich bei uns über die ATRA nicht informiert haben, die momentane Unsicherheit der Trailläufer durch – Angstmachereia – versuchten für ihre persönlichen Interessen zu nutzen und um uns zur Einstellung unserer Aktivitäten zu bewegen. Daher habe ich es vorgezogen, zwar interessierte Personen zur Mitarbeit einzuladen, aber unsere Ziele, Projekte und Aktionen, erst bei Fertigstellung öffentlich zu machen.

Wieviel Zeit investierst du so ins Trailrunning?
Ich bin seit 1986 leidenschaftlicher Läufer, Laufen/Trailrunning gehört zu mir wie das morgendliche Zähneputzen.
Seit 1986 bin ich ein Leidenschaftlicher Läufer. Das Laufen und somit auch Trailrunning gehört zu mir wie das morgendliche Zähneputzen. Daher ist es mir sehr wichtig, dass Trailrunning als Teil der Laufgemeinschaft bei uns Läufern bleibt, nicht von an Profit Interessierten verramscht wird und uns Läufern an Erlebnissen und Erfahrungen bereichert. So verdient Trailrunning meine vollste Aufmerksamkeit und Zeitaufwand. In Stunden und Minuten kann ich das nicht beantworten. Nur so viel steht fest, dass mich mein Frau auch oftmals vermisst und die Aussage Leidenschaft sehr oft die Bedeutung verdient.

Bleibt da überhaupt noch Zeit dafür, dass du selbst läufst?
Ich bin Läufer. Das ist es was ich am besten kann. So lange mich meine Beine über diese wunderschöne Erde tragen, werde ich laufen. Es ist für mich sehr schwer. Auf der einen Seite spürt man das Feuer und die möglichkeit TOP Leistungen bringen zu können und auf der anderen Seite ist man neben einer 60h Arbeitswoche darum bemüht, Trailrunning in österreich Leben einzuhauchen. Ich trainiere schon immer nach einer fixen Trainingsplanung. Gesundheit steht für mich an oberster Stelle, so habe ich auch für meine Laufeinheiten eine fixe Planung und versuche einige Trailveranstaltungen erfolgreich zu beenden. Ich nutze hier gleich die Chance und bedanke mich bei meiner Frau Sibylle Feichtinger, die mir den Rücken stärkt und scheinbar unmögliches möglich macht.

Wo siehst du den Sport in 2, 5 und 10 Jahren?
Trailrunning ist ein Passion und Lebenseinstellung; raus aus der Stadt und rein ins Naturvergnügen. Unser oberstes Ziel ist es, dass Trailrunning auch bei Wettkämpfen als Autonome oder Semiautonome Form des Laufens durchgeführt wird. Es ist nicht unser Ziel, die schon gewohnten Dienstleistungen eines – Roten Teppichsa – einer Straßenlaufveranstaltung im Gelände anzubieten. Trotzdem werden alt eingesessene Veranstaltungen und teils auch noch neu angebotene Veranstaltungen immer wieder mit großem Aufwand und der damit oftmals verbundenen Belastung für die Natur mit dem Ziel zufriedenere Teilnehmer zu bekommen durchgeführt. Manchmal ist weniger mehr!

Ich bin mir sicher, dass sich Trailrunning vor allem in den nächsten zwei Jahren sehr gut entwickelt und vor allem die Veranstalter lernen werden, dass dem Trailläufer Erlebnisse und nicht alle drei Kilometer eine Labstelle wichtiger sind.
Derzeit entwickelt sich mit der Europäischen Trailrunning Liga(CETUL) ein europäischer Trailrunningcup, wodurch in den nächsten Jahren eine eigene Europameisterschaft entstehen soll. Mit meiner Veranstaltung – Hochkönigmana – von 05.06.-07.06.2015 mit Strecken von 10km bis 86km/6181hm sind wir hier schon Teil der CETUL, der derzeit mit uns Portugal, Spanien, Italien, Norwegen, Frankreich sechs Trailrunningveranstaltungen angehären.
In fünf Jahren wird Trailrunning stabilisiert und als Teil unseres Laufsports akzeptiert werden. Die Aufgabe der ATRA wird dann in der Strukturerhaltung und in der Kommunikation mit Naturbehärden, dem Tourismus, etc. bestehen. Dazu ist es auch unsere Ziel in den nächsten 3-5 Jahren die Trailrunning Europameisterschaften oder die Trailrunning Weltmeisterschaften durchführen zu dürfen. Die kann aber auch nur dann geschehen, wenn wir uns in österreich mit allen Veranstaltern nach internationalen Richtlinien entwickeln.
In 10 Jahren wird es in österreich genauso wie in Frankreich(Juni 2014: ca. 370 Veranstaltungen) mehrere 100e Trailrunningveranstaltungen im Jahr geben. Der Läufer fährt dann jedes Wochenende zu einer Veranstaltung um gemeinsam mit – positiv Verrücktena – Spaß zu haben und mit vielen Bildern im Kopf die kommende Arbeitswoche zu bewältigen.
für die Jugend sehe ich im Trailrunning und speziellen Angeboten wie z.B. von Downhillrennen, sehr viele möglichkeiten Action zu erleben und trotzdem zurück zur Natur zu kommen.

Was muss passieren damit du sagst: Ich bin voll zufrieden so wie es läuft?
In erster Linie ist es bei uns deshalb so schnell gegangen, weil ich als leidenschaftlicher Läufer bereit war und auch noch weiterhin bin, viel Geld für eine gemeinsame Sache aufzubringen. Wir haben uns von der ATRA nicht gefragt, wie wir entsprechende finanzielle Mittel aufbringen können um in gemeinsam getroffene Entscheidungen zu investieren. Ich habe ohne zu überlegen meine privaten Mittel aufgebracht. Hier besteht eben auch das Problem anderer internationaler Verbände wie z.B. in Deutschland, wo für einen entsprechenden Aufbau, des Nationalteams, die Struktur, etc. finanzielle Mittel fehlen und diese auch niemand aus eigener Tasche aufbringen möchte. So wie ich es tue.
Jedoch bin auch ich nicht mit unendlichen Mitteln gesegnet und muss für jeden Euro hart arbeiten.
Die Sportwirtschaft ist und wird einer der Profitoure meiner privaten Mittel und der Arbeit der ATRA in österreich sein. Ich bin zwar auch Besitzer eines ganz kleinen speziellen Trailrunningshops, kann und werde aber die Nachfrage nach Trailrunningausrüstung nie decken können. Als Fachhändler bin ich selbst Einkäufer bei der Sportindustrie, die durch unsere Aktivitäten mehr Umsätze erwirtschaftet.
Daher ist es mein persönliches Ziel, dass sich die Sportindustrie mit uns als Verband und Vertreter der Trailläufer in österreich entwickelt. Trailläufer haben sehr viele innovative Ideen und freuen sich darüber wenn diese Ideen durch die Industrie aufgenommen und angeboten werden. Derzeit ist es der Fall, dass sich die ATRA ohne Unterstützung der Industrie entwickelt und dadurch der Industrie und dem vermehrten Interesse an Trailrunning Umsätze bringt. Auch sehen wir, dass der Industrie Informationen und das Zusammenarbeiten von Trailläufer zur Entwicklung neuer wirklich benötigter Produkte fehlt. Ich bin dann zufrieden, wenn sich die Industrie gemeinsam mit uns als Verband und mit dem österreichischen Trailläufer entwickelt.

Generell zum Laufen: Was bedeutet es für dich?
Ich nutze durch Laufen die fähigkeiten die mir als Mensch durch die Evolution gegeben wurden. Und es macht mir immensen Spaß zu wissen, dass ich mit meinen fähigkeiten sehr vieles erreichen kann. Durch Trailrunning wurden die Grenzen nochmals verschoben. Früher hing ich nur zu gewissen Zeiten laufen, befolgte Regeln der Trainingswissenschaft um Erfolge zu haben. Heute gehe ich auch schon mal um 1:00 Uhr morgens 2h laufen. Weil ich viel unterwegs bin, gehe ich schon mal zwischen zwei Terminen hoch aufn Berg. Ich genieße es einfach, mit meinen fähigkeiten machen zu können was ich will. Ich laufe weil ich es kann. Ich bin selbst dafür verantwortlich für mich und meine Gesundheit etwas zu machen. Und wenn es in schönster Natur ist, dann bleiben Bilder erhalten und helfen vieles relaxter zu sehen. Nur ich selbst bin dafür verantwortlich, etwas für meine Gesundheit zu tun. Ich kann mir eine gute Gesundheit geben, aber auch durch Nichtstun nehmen, da hat nicht der Andere die Schuld, wenn ich nichts mache.
Trailrunning hat mich sehr vieles im Alltag leichter machen lassen. Wenn ich nur daran denke, wie zufrieden ich mit mir bei einem 100 Meilen Rennen bin und komme dann in den Alltag zurück, wo manche Menschen aus Mücken Elefanten machen? Na dann packe ich sehr gerne wieder meine Sachen und freue mich über nette Treffen mit tollen Trailpartnern irgendwo auf einem Gipfel der Welt.

Seit wann läufst du?
Seit 1986

Wann und wie trainierst du?
Täglich ein und manchmal auch zwei Mal. Meistens trainiere ich morgens, aber es gibt keine fixen Zeiten, da kann es schon sein, dass ich auch um 24:00 raus laufe.
Als langjähriger ambitionierter Hobbyläufer trainiere ich schon mehr als 30 Jahren immer nach Trainingsplan. Heute hilft mir der Plan, den ich mir seit 15 Jahren selber mache, bei der organisation des Alltags. Ich Plane nach meinen beruflichen Anforderungen Wettkämpfe, Umfänge und Intensitäten. Leider habe ich aber auch lernen müssen, dass so ein Ultratrail ab ca. 70km nicht einfach so zwischen Arbeit und Meetings geht. Auch wenn ich es sehr gerne wollte, zeigten auch vergangene lange TrailWettkämpfe, aufgrund der letzten zwei sehr intensiven Jahren des Aufbaus der ATRA, dass es doch mehr bedarf um vorne mitlaufen zu können. Ich trainiere ca. 15 bis 20 Stunden pro Woche, wobei sich Umfänge mit intensiveren Trainings wechseln. Weil ich eher ein schlechter Bergläufer bin, trainiere ich mehr am Berg als im flachen. Meine Spezialität ist die Ausdauer, die aber leider bei Trailwettkämpfen unter ca. 70km aufgrund meiner Bergan schwäche und der Kürze der Strecke nicht zu tragen kommt. Und führ längere Trailrennen geht es sich momentan Zeitlich nicht aus. So versuche ich trotzdem meine Bergan schwäche auch für kürzere Rennen zu entwickeln und wenn es dann trotzdem bei kürzeren Rennen nicht läuft, dann ist es eben so und ich arbeite weiter an mir. Hoffentlich finde ich aber in Zukunft wieder mal mehr Zeit um den Kopf für ein längeres Rennen frei zu bekommen.

Welche Ziele hast du persönlich noch bzgl Sport, aber auch privater Natur?
Als Sportler würde ich sehr gerne im Himalßa, in der Wüste und am Südpol ein Trailrennen bestreiten.
Als Partner und Ehemann wäre die Gründung einer eigenen Familie mit meiner Frau Sibylle ein großer Wunsch.

Was war für dich das schönste Lauferlebnis?
Lauferlebnisse gibt es sehr viele und es ist sehr schwer aus den vielen Bildern wählen zu müssen. Aber wenn ich auf mein schönstes sportliches Erlebnis angesprochen werde, so ist es mit Abstand die Alpenüberquerung mit meiner Frau und dem Mountainbike von Hallein nach Bibione.

Deine größte Enttäuschung – falls es diese gegeben hat?
Meine größte Enttäuschung kann ich im Sport nicht nennen, dazu bin ich aus jeder Situation immer mit positiver Einstellung heraus gegangen.
Aber als Unternehmer mit Visionen wurde meine Leidenschaft leider von vielen Partnern ausgenutzt und mein Vertrauen Missbraucht. Daher bin ich im Bezug auf die Umsetzung geplanter Ideen sehr vorsichtig geworden, versuche stets freundlich zu bleiben und aus vergangenen Situationen zu lernen.

Dein größter Erfolg?
Sportlich gesehen war es sicher mein Staatsmeistertitel mit 15 Jahren im Crosslauf. Der hat mir weder finanziell etwas gebracht, noch hatte ich irgendwelche Sponsoren, aber es war 1990 etwas Besonderes in einer Randsportart.

Und privat war es sich der eine Tag im September 96üals ich meine Frau zum ersten mal geküsst habe.

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