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Transalpine Run Tag 1 – Hirschegg bis Lech

von Sigrid Huber

Tag 1
Hirschegg im Kleinwalsertal – Lech am Arlberg
32 km, 2150 Hm

Der Wecker läutet um 5:45 Uhr. Florian macht sich auf den Weg zu seiner Morgenaktivierung, ich bin noch ein bisschen fauler, genieße eine heiße Dusche im Naturhotel Chesa Valisa und packe ganz in Ruhe meine Tasche. Jede Kategorie (Sportkleidung, Freizeitkleidung, Socken usw.) ist in einer eigenen ‚Subtasche‘. Das spart Chaos und schont die Nerven beim täglichen Packen.


Um 7 Uhr genießen wir ein wunderbares Frühstück (gekochte Haferflocken mit Apfel und Zimt, Semmel, Spiegelei, … leicht verdaulich, super gut). Die Aufregung vor dem ersten Rennen nach langer Zeit ist aber mit dabei. Vor allem müssen wir heute die großen Taschen selbst zum Start bringen und so fällt der Blick immer wieder auf die Uhr. Pünktlich um 8 liefern wir die mehr als 20 Kilo schweren Taschen ab, dann wird alles schon ein bisschen leichter. Noch einen kleinen Kaffee trinken, die Stimmung beim Start genießen, mit Freunden, die man lange nicht gesehen hat, quatschen.


Um 9 Uhr fällt der erste Startschuss für Startwelle 1 bzw. die Nummern 1 bis 150. Wir haben Nummer 205 und sind um 9.30 dran. Davor ist es aber noch Zeit für die Ausrüstungskontrolle: Sind alle Riegel und Gels mit der Startnummer beschriftet? Ist das Erste Hilfe Paket mit dabei? Desinfektionsmittel auch? Wir haben zum Glück nichts vergessen und so heißt es nur noch kurz warten ehe wir auch endlich aus Hirschegg hinaus laufen dürfen.

Die ersten Kilometer haben wir uns am Vortag beim Einlaufen bereits angesehen – es geht recht flach dahin mit nur kurzen Anstiegen. Wir sind uns einig, dass wir zu Beginn ein bisschen Tempo machen um nicht später bergauf im Stau zu stehen. Das klappt perfekt. Die ersten 5, 6 Kilometer finden wir einen super Ryhthmus, alles fühlt sich sehr leicht an.


Das Gemsteltal lassen wir bald hinter und und es geht aufwärts Richtung Widdersteinhütte. Die Zeit vergeht wie im Flug, nach etwa 10 Kilometern geht es schon wieder abwärts und wir freuen uns auf die erste Labestation am Hochtannbergpass. Die Trinkflaschen (Flasks) werden gefüllt, ein paar Stück Brot gegessen und schon geht es weiter zum Körbersee. Noch immer fühlt sich alles super leicht an. Auf die Uhr schaue ich nur, um ein Gefühl für die Tageszeit zu haben. Tempo und Gesamtzeit sind uns – ehrlich – beiden egal.
Bald ist auch schon die 2. Labe bei etwa Kilometer 20 erreicht. Noch einmal die Flasche ganz füllen, denn nun wartet ein langer Anstieg in der prallen Sonne auf uns. Da zieht es mir für ein paar Kilometer und die ersten paar Hundert Höhenmeter, wie man so schön sagt, kurz den Stecker. Es ist brutal anstrengend und ich habe das Gefühl mich gleich übergeben zu müssen. Tu ich aber nicht, sondern gehe einfach ein lockeres Tempo beständig weiter. Florian versichert mir, dass jedes Tempo ok ist und es nicht nötig ist ein schlechtes Gewissen zu haben.
So konzentriere ich mich einfach auf einen Schritt nach dem anderen statt auf meinen Magen und nach einer Weile wird es tatsächlich wieder ein bisschen einfacher. Die Kappe ins Wasser tauchen, genug trinken und marschieren. Hier hinauf kämpfen heute viele, denn nach den kühlen letzten Wochen ist die plötzliche Hitze und die starke Sonne sehr ungewohnt.
Das technische Stück mit ein paar Seilen und Kletterpassagen macht richtig Spaß, auch die Luft wird kühler und es beginnt wieder zu laufen.


Das Highlight des Tages ist beim Butzensee auf ca. 2.200 Meter erreicht – was für ein Panorama! „Instagram-See“, nennt Florian ihn.
Dann ist es nicht mehr weit, hinauf bis zur Mohnenfluhscharte, der höchste Punkt des Tages. Mit Kuhglocken werden alle angefeuert, ehe es steil bergab nach Oberlech geht. Die letzten 5 Kilometer sind, wie man es von Plan B kennt, beschildert und so rückt das Ziel immer mehr in greifbare Nähe. Wir laufen locker bergab – noch schnell ein Traubenzucker 2 Kilometer vor dem Ziel und dann ist Lech erreicht.
Die Uhr spuckt ein bisschen mehr als 32 Kilometer und 2.100 Höhenmeter aus, in 5 Stunden und 13 Minuten.

Wir freuen uns riesig, im Ziel zu sein! Was für ein schöner Start in den heurigen Transalpine Run! Es war schön, harmonisch und so wie es sein soll #LEICHTLEICHTFEDERLEICHT

Im Hotel Post genießen wir ein tolles Zimmer, einen schönen Pool wo wir unsere Beine auslockern (neben Blackroll, Compex & Co), packen die Rucksäcke neu, essen, sortieren Taschen um, essen wieder und genießen die Zeit.

Morgen um 8 Uhr geht es weiter nach St. Anton am Arlberg! …

Unsere Hotelpartner
Naturhotel Chesa Valisa, Hirschegg im Kleinwalsertal
– Hotel Post, Lech am Arlberg
– m3 Hotel, St Anton am Arlberg
– Almhof, Galtür
– Sport Lodge, Klosters
– Quellenhof, Scuol
– Small Active Saldur, Schluderns

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