Lindkogeltrail 2018

Der Puls pocht konstant, ich höre meine Schritte rhythmisch auf den Boden trommeln, die Atmung ist leicht und gleicht sich den Schritten an. Vor mir schraubt sich die Strecke zur Jubiläumswarte hoch und ich bin konzentriert auf die nächsten Treppenstufen und das Wurzelwerk vor mir.

ENDLICH GEHT DIE TRAILSAISON LOS und ich habe die hektische Startphase hinter mir gelassen. Der Magen beruhigt sich langsam und vor mir liegen noch gut 32 km mit knapp 1.300 hm. Ich bin beim LINDKOGELTRAIL in BAD VÖSLAU und in mir kommt dieses Kribbeln auf, dass ich so an diesen Sport liebe. Diese Auseinandersetzung mit der Natur und meinen eigenen Körper – eine Mischung aus Kampf mit dem inneren Schweinehund, genießen der abgelegenen Natur, netten Menschen und der Möglichkeit seinem Körper alles abverlangen zu können – vielleicht eines der letzten Abenteuer für die schmale Börse.
Kurz kommt mir der Gedanke an die vielen netten Helfer vor dem Start. Alle sehr freundlich und hilfsbereit. Auch die Posten an der Streck applaudieren begeistert und zeigen hilfsbereit den Weg. Ich habe das tolle Gefühl hier willkommen zu sein und trotz des heurigen Rekordstarterfelds von 280 Läufern beim SUPER TRAIL wirkt alles sehr familiär.
Vorbei geht’s am Lindkogel – leider keine Zeit die ausgezeichnete Aussicht zu genießen – hinunter ins Helenental und dann gleich direkt ca. 500 hm wieder rauf zum Eisernen Tor. Die Mountainbiker staunen nicht schlecht, dass diesmal noch schnellere Sportler hochjagen.

Und dann geht’s noch einmal für 3 km rasant nach unten. Bis hierhin gute 22 km reiner Trail – technisch nicht zu schwierig, dafür ideal zum Tempo bolzen. Ab km 22 geht es dann auf Schotter- und asphaltierten Kommunalwegen zurück Richtung Vöslau. Kurz am Rande der Weinberge vorbei und die letzten 2,5 km wieder rassiger Singletrail. Das Ziel taucht fast abrupt auf – dafür umso schöner weil auf Grund der Hanglage fast Stadionatmosphäre aufkommt und die Zuschauer jeden Ankommenden begeisternd applaudieren. Sehr feines Ende für einen tollen Lauf.

Ich empfehle diesen Lauf gleich aus mehreren Gründen. Für ambitionierte Läufer ist das Event ideal als Vorbereitung für die Heldentaten im Frühsommer. Die technisch einfachen Trails laden zum Bolzen und zur Standortbestimmung ein, da das Feld von sehr starken Läufern angeführt wird. Traileinsteigern kommt zugute, dass die Trails technisch nicht zu anspruchsvoll sind und sich ein Hineinschnuppern ideal anbietet. Und schlussendlich kommen die Genießer wohl am meisten auf Ihre Rechnung. Egal ob der Ausblick vom Lindkogel und hoch vom Helenental zum Eisernen Tor, oder der intensive Knoblauchduft in den Bärlauch-Bereichen, aber auch die Wege entlang der Weinbaugebiete und die Nähe zu Wien – die Mischung lässt wohl das Herz jedes Laufliebhabers höher schlagen.

Wenn es Potential zur Verbesserung gibt, dann liegt das sicher im Bereich des Zuschauerzuspruchs und er Duschmöglichkeiten (2019 soll’s wieder Duschmöglichkeiten geben). Dennoch habe ich mir den 07.04.2019 schon im Kalender markiert für die 3. Auflage. Ich freue mich schon wieder auf das Kribbeln vor dem Saisonstart 2019.

Mehr Infos zum Lauf

www.lindkogeltrail.at

Text: Heinz Rucker

Den Bildbericht zum Lindkogeltrail und vielen weiteren Läufen gibt es im Magazin!