24 Stunden Burgenland Extrem

Am Donnerstag fuhren Roman, Walter und ich nach Oggau, wo wir schon die ersten Leute der Ultra Familie getroffen haben.
Die Stimmung war großartig. Viel miteinander geplaudert und herum geblädelt.
Um 21 Uhr ging es ins Zimmer um die Sachen herzurichten.

Wir trafen uns alle um 4:00 Uhr in der Früh zu einem Omotion Familien Foto, wo auch Michi extra für uns vorbei kam.
Bald darauf auch der Startschuss. Das Feld setzte sich in Bewegung und wir liefen in einer Gruppe los. Bis Fertärükos ging es recht gut und wir plauderten in einer Tour, auch viele Fotos von Fotografen wurden von uns gemacht.

über die Staatsgrenze nach Fertärükos, wo mein Schwager bereits auf uns wartete, mit der Privaten Labestation wo wir Tee und Brote bekamen.
Nicht lang aufgehalten liefen wir gleich los nach Balf. Ich fühlte mich gut und hatte meinen Plan im Hinterkopf, den ich unbedingt durchsetzen wollte. Das Feld trennte sich ab da an schon immer mehr.

In Balf angekommen kehrten wir zur ersten Mobilen Labe ein, wo wir Tee und Milchstrietzeln bekamen. Ich setzte mich dann alleine langsam in Bewegung, da mir kalt wurde.
Es lief großartig. Meter für Meter ging es mir immer besser.

In Färtät angekommen, begann es zu regnen, was mir absolut nicht passte. Wir bogen ins Naturschutzgebiet ab. Dort war es mehr als gatschig und mit meinen Straßenschuhen war es unmöglich, dort Fuß zu fassen. Ich kämpfte mich dort durchs Sumpfgebiet. Walter und Emil setzten sich von mir ab und ich zog mein Ding alleine durch.
5 Minuten nach Walter und Emil kam ich nach heftigen Regenschauern und Schneeregen nach 56Km in Apetlon an. Meine Stimmung und Motivation war im Keller und ich wollte nicht mehr weiter.
Dort angekommen trafen wir Tino und Ronald den Luna Barfußläufer.
Wir wärmten uns kurz auf und aßen Frankfurter, danach ging es gleich weiter. Ich wollte bis 14:00 in Podersdorf sein. Es ging in einer größeren Gruppe bei 2-3cm großen Schneeflocken durch die Illmitz Hälle nach Podersdorf. Immer wieder kam ich zu einen Knackpunkt, wo ich nicht mehr wollte. Das Laufen bei dem Schmeematsch machte es nicht einfach und wir kämpften uns alle Meter für Meter voran. Emil setzte sich von uns ab und ich folgte bald darauf, da ich meine Plan umsetzen wollte. Pünktlich, nach einem kurzen ‚Verläufer‘ in Podersdorf zogen wir im Seecafe zum Umziehen ein.

Ich wurde immer stärker, da ich merkte, auch bei beschisstenstem Wetter konnte ich Gas geben.
Nach einigen Minuten ging es weiter nach Neusiedl, wo Suppe auf uns wartete. Diesmal zog ich mit Emil weiter, der immer wieder ein paar Meter vorauslief und wieder auf mich wartete. Walter blieb leider durch Schmerzen in den Beinen zurück.
Um kurz nach 16:00 Uhr und nach 86 Kilometern kamen wir nach 11:30 Std in Neusiedl an. Ich fühlte mich weitgehends sehr gut und es härte mittlerweile auch zu regnen und schneien auf.
Wir stürmten in die Labestelle und aßen ganz kurz eine Suppe. Dort haben wir auch meinen Motivator und Vorbild – Thomas Wacha – angetroffen, da er 3 dort Stunden mit Schüttelfrost ausharrte. Aber er zog sein Ding auch noch durch und beendete den Hällentripp. Auch wir zogen gleich darauf wieder los. Es war immer noch hell (im Gegensatz zum Vorjahr) draußen. Dies motivierte mich ungemein.
Emil und ich setzten uns in Bewegung und als wir die Labe verließen, kam Walter herein. Ihm ging es mit seinem Fuß überhaupt nicht gut.
Bei starkem Gegenwind bewegten wir uns Richtung Jois, Winden am See und Breitenbrunn. Der Wind blies wie verrückt und wir konnten vermehrt nicht mehr laufen.
Nach 102 Kilometern kamen wir endlich in Purbach an. Dort dachte ich: „Jawoll, nur noch 10 Kilometer und ich habe fertig“. Nach einigen Kilometern bemerkte ich, dass es dem leider nicht so war. Es waren nämlich noch 16-17 Kilometer. Am Radweg entlang stießen wir auf ein Hindernis: ein Bach, den wir nur mit einem kräftigen Sprung überwinden konnten. Und das nach 108 Kilometern, wo sowieso schon alles schmerzte.
Wir bewegten uns weiter voran und der Weg wurde von Minute zu Minute immer eisiger. Ich ging in mich und überlegte, welches Wetter wir heute alle hatten und fluchte ziemlich herum.
Auf der Landstraße entlang ging es dann in die Weinberge auf die letzten 3-4 Kilometer. „Ich glaub ich spinne“, der Weg war fast unpassierbar, ein falscher Schritt und die Sehne und der Muskel ist ab.

Ich bemerkte immer mehr, dass mein Plan mit 21:00 Uhr am Abend aufgehen konnte. Wir kamen nach Oggau hinein und gaben noch einmal Gas, um die 16:30:00 Stunden einzuhalten. Auf die Sekunde/Minute genau kamen wir um 21:00Uhr ins Ziel.
Ich freute mich wahnsinnig und war emotional überwältigt!
Nah ein paar Fotos und Kräftigungen ging es ins Hotel auf mein wohlverdientes Bier mit Walter.

Fazit: Der „24 Stunden Burgenland Extrem“ hat seinen Namen verdient. So brutale und erbahmungslose Wetterereignisse gibt es nur hier.
Daten: 120Km – 16:30:00 Stunden – unter den Top 25 von 1200 Teilnehmern
125 Finisher von 1200….

Mike Breit